In seinen Malereien konfrontiert Georg Frauenschuh (*1979) die Betrachter:innen mit diskontinuierlichen Flächen, die sich aus verschiedensten Motiven und Bildräumen zusammensetzen. Hierfür greift der gebürtige Salzburger auf diverse Fotografien sowie frei verwendbare Stockfotos und Clipart-Motive zurück, deren Wesen in der Reproduktion und Unterschiedslosigkeit liegt. Malerisch werden diese nun aber zu Unikaten aufgewertet. In turbulenter Aneignung begreift der Maler sie als Versatzstücke scheinbar noch nicht endgültig entschiedener Kompositionen.

Im Elektrohalle Salon werden fünf Gemälde erstmalig präsentiert, die allesamt durch die Verschränkung bereits vorhandener Motive anonymer Autorenschaft Fragen von Originalität und Reproduktion aufwerfen. Gefasst in mal mehr, mal weniger bestimmbaren und realen Räumen werden die Schnipsel-Motive zu Bestandteilen freier Bildmöglichkeiten. Auch oder gerade dort wo eindeutiger Realismus im Hintergrund den gestischen Wirren aus Pinselstrichen und abstrakten Farbflächen weicht, siedeln sich die Motive wie Orientierungspunkte innerhalb einer chaotischen Fläche an. Die dynamischen Begegnungen dieser führen innerhalb der Bilder zu surrealistischen Kombinationen, die in ihren abstrakten Auswüchsen den Realismus der Stockfotos und Clipart relativieren. Die dynamischen Gesten seiner Malerei – die die Fläche für das regelrechte Raufen der Motive sind – überträgt Frauenschuh auch auf drei eigens für den Salon gestaltete Lampenobjekte. Im Werk des in Wien lebenden Künstlers begegnen illusionistische Tendenzen realistischen Anekdoten, um Hybride außergewöhnlicher Bildwelten zu formieren. Vermeintliche Gegensätze wie Reproduktion und Kreation sowie Realismus und Illusionismus fallen taumelnd ineinander.